alpflo
DE
Bericht erstellen
Rechner · Wohnfläche & Bewertung

Wie berechnet man die Wohnfläche?

Es gibt keine einheitliche Schweizer Wohnfläche. Nehmen Sie ein ausgebautes Dachzimmer, das unter der Schräge auf 1,3 m Raumhöhe ausläuft: Für das Wohnungs-Bewertungs-System des Bundes fällt dieser Teil weg — dort wird erst ab 150 cm gemessen —, und im eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister zählt er vollständig mit: Das Register nennt für seine Wohnungsfläche überhaupt keine Raumhöhe. Zwei Quellen des Bundes, zwei entgegengesetzte Antworten, ein Raum — und ausgerechnet die Registerfläche wird auf denselben Räumen die grösste der drei Zahlen. Tragen Sie Ihre Räume einmal ein: Sie sehen dieselbe Wohnung nach jeder Schweizer Quelle gerechnet, die ihre Regel selbst veröffentlicht.

Diese Seite gibt veröffentlichte Messregeln auf Zahlen wieder, die Sie selbst eintragen. Sie misst nichts, bewertet keine Liegenschaft und ist keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.

Ihre Räume, drei Antworten

Tragen Sie ein, wie viele Quadratmeter auf jede Art von Raum entfallen. Die Rechnung läuft in Ihrem Browser; nichts wird übermittelt, nichts abgefragt. Leere Felder bleiben leer — es gibt keine Vorannahme über Ihre Wohnung.

Dieselbe Wohnung, nach Quelle gerechnet

Tragen Sie mindestens einen Raum ein, um die Ergebnisse zu sehen.

Welche Quelle welchen Raum zählt

Die Regel, die jede Zahl oben erzeugt hat — Raum für Raum. Fast jede Zelle ist entschieden: Entweder zählt die Quelle den Raum mit, oder sie schliesst ihn aus. Offen bleiben genau drei Zellen, und jede sagt, warum. Gänge, SIA 416: Die Norm definiert die Verkehrsfläche funktional — sie dient «ausschliesslich» der Erschliessung — und könnte den Gang damit beanspruchen; ihre Beispielliste nennt aber nur die «ausserhalb der Wohnung liegenden» Korridore und ist mit «z. B.» eingeleitet, schliesst den Fall also nicht. Interne Treppe, Register: Der Katalog erfasst sie allenfalls über sein «usw.», und ein «usw.» ist kein benannter Begriff — dafür raten wir nicht. Wintergarten ausserhalb des Dämmperimeters, WBS: Die Quelle stellt es frei — unbeheizt darf diese Fläche als privater Aussenbereich gezählt werden.

A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen) B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung) C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnfläche
Wohnräume ab 1,5 m Raumhöhe (m²) A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)zählt B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)zählt C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnflächezählt
Bewohnbarer Dachraum ab 1,5 m Raumhöhe (m²) A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)zählt B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)zählt C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnflächezählt
Bewohnbarer Dachraum unter 1,5 m Raumhöhe (m²) A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)zählt nicht B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)zählt C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnflächezählt
Interne Treppe in einer Maisonette-Wohnung (m²) A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)zählt B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)nicht festgelegt C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnflächezählt nicht
Abstellraum oder Reduit innerhalb der Wohnung (m²) A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)zählt B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)zählt C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnflächezählt nicht
Gänge und Korridore innerhalb der Wohnung (m²) A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)zählt B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)zählt C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnflächenicht festgelegt
Nicht bewohnbare Keller- und Dachräume (m²) A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)zählt nicht B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)zählt nicht C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnflächezählt nicht
Offener Balkon, Loggia oder Terrasse (m²) A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)zählt nicht B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)zählt nicht C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnflächezählt nicht
Verglaster Wintergarten innerhalb des Dämmperimeters (m²) A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)zählt B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)zählt C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnflächezählt
Verglaster Wintergarten ausserhalb des beheizten Dämmperimeters (m²) A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)nicht festgelegt B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)zählt C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnflächezählt

Dieses Ergebnis ist Arithmetik auf den Zahlen, die Sie oben eingeben, nach den zitierten Regeln. alpflo misst keine Fläche, ruft keine Fläche ab und stellt keine bankfähige Wohnfläche her. Welche Regel für Ihren konkreten Vertrag, Ihr Inserat oder Ihre Bewertung gilt, sagt Ihnen nur, wer das Dokument erstellt hat.

Die drei Quellen im Wortlaut

Jede Zelle im Rechner stammt aus einem dieser Sätze, zitiert von der Seite oder dem Dokument, das ihn veröffentlicht. Die WBS-Zeile ist die Definition aus dem Glossar; die Kriterienseite K15 wiederholt sie als Messanweisung. Alle drei sind aktuelle Fassungen; ältere, zurückgezogene Regeln kommen auf dieser Seite nicht vor. Die Definitionen der SIA 416 lesen wir nicht aus der verkauften Norm, sondern aus der wörtlichen Wiedergabe des Kantons Freiburg.

«Zur Nettowohnfläche zählen sämtliche begeh- und belegbaren Bodenflächen innerhalb der Wohnung ab einer Raumhöhe von 150 cm.»

A · WBS 2015, Glossar «Nettowohnfläche» (Bundesamt für Wohnungswesen)

«Als Wohnungsfläche ist die Summe der Flächen sämtlicher Zimmer, Küchen, Kochnischen, Badezimmer, Toiletten, Abstellräume, Gänge, Veranden usw. einer Wohnung erfasst. Zusätzliche separate Wohnräume und bewohnbare Einzelzimmer (z.B. Mansarden), offene Balkone und Terrassen sowie nicht bewohnbare Keller- und Dachgeschossräume fallen bei der Berechnung der Wohnungsfläche ausser Betracht. Wo keine genauen Flächen ermittelt werden können, sind Schätzwerte (Länge x Breite der Wohnung) erfasst. Wo Bruttowohnflächen verfügbar sind, sind die Bruttowerte anzugeben.»

B · GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (BFS — Registerangabe, keine Messung)

«Die Nutzfläche NF ist der Teil der Nettogeschossfläche NGF, welcher der Zweckbestimmung und Nutzung des Gebäudes im weiteren Sinne dient. Die Nutzfläche NF gliedert sich in Hauptnutzfläche HNF und Nebennutzfläche NNF.» — «Die Hauptnutzfläche HNF ist der Teil der Nutzfläche NF, welcher der Zweckbestimmung und Nutzung des Gebäudes im engeren Sinn dient.» — «Zu den Nebennutzflächen gehören z. B. im Wohnungsbau – Waschküchen – Estrich- und Kellerräume, – Abstellräume, – Fahrzeugeinstellräume, – Schutzräume und – Kehrichträume.» — «Die Verkehrsfläche VF ist jener Teil der Nettogeschossfläche NGF, welcher ausschliesslich deren Erschliessung dient.» — «Zur Verkehrsfläche gehören z. B. im Wohnungsbau die Flächen von ausserhalb der Wohnung liegenden Korridoren, Eingangshallen, Treppen, Rampen und Aufzugsschächten.»

C · SIA 416 (2003) — Hauptnutzfläche HNF: eine Nutzfläche, keine Wohnfläche

Das Grundbuch gibt Ihnen einen Anteil am Wert — im Hauptbuch steht keine Fläche

Das Grundbuch hält zu jeder Schweizer Stockwerkeinheit einen Bruchteil am Wert fest; eine Quadratmeterzahl steht in einem Hauptbuchauszug nicht. Die Fläche in Ihrem Inserat, in Ihrem Vertrag und im Modell Ihrer Bank musste deshalb von irgendwo anders kommen — und «irgendwo anders» sind drei Quellen, die dieselben Räume verschieden zählen.

Warum das Register die Frage aufwirft und nicht beantwortet

Der Begründungsakt eines Stockwerkeigentums gibt die räumliche Ausscheidung und den Anteil jedes Stockwerks am Wert der Liegenschaft an, in Bruchteilen mit einem gemeinsamen Nenner. Eine Quadratmeterzahl steht dort nicht, und in einem Hauptbuchauszug, wie ihn ein Grundbuchamt ausgibt, steht sie ebenfalls nicht. Wer die Wohnfläche seiner Wohnung wissen will, kommt deshalb über das Hauptbuch nicht weiter — sondern nur über die Frage, nach welcher Regel gemessen wurde.

Im Register

Quelle: ZGB Art. 712e (Fedlex) · Ratgeber: Wertquote im Stockwerkeigentum

Ab welcher Raumhöhe eine Fläche zählt, ist nicht einheitlich geregelt

Ab welcher Raumhöhe eine Fläche überhaupt zählt, ist in der Schweiz nicht einheitlich geregelt. Die Bundesregel nennt 150 cm — das ist das Kriterium K15 der WBS, das oben im Wortlaut steht. Über die verbreiteten Berechnungsmodelle schreibt architektvergleich.ch dagegen: «Denn dieser Punkt ist nicht einheitlich geregelt, sodass Abweichungen sowohl nach oben als auch nach unten hin möglich sind.» Und die SIA 416 nennt für ihre Hauptnutzfläche HNF gar keine Höhe. Wer also zwei Flächenangaben zur selben Wohnung vergleicht, vergleicht womöglich zwei verschiedene Höhengrenzen — und keine davon ist falsch, solange dazusteht, welche gilt.

Quelle: Die Nettowohnfläche — Modelle zur Wohnflächenberechnung (architektvergleich.ch)

Warum das Bewertungsmodell einer Bank hier keine eigene Spalte hat

Raiffeisen, die die Online-Immobilienbewertung von IAZI an ihre Mitglieder vermittelt, nennt für dieses Werkzeug eine Grenze von 1,2 Metern und schliesst Abstellräume aus (Stand 01.07.2025). Das ist die Angabe einer Bank über ein fremdes Modell. IAZI selbst veröffentlicht keine Flächendefinition — weder eine Höhengrenze noch eine Ein- und Ausschlussliste, in keiner seiner Sprachen. Eine Spalte mit dem Namen IAZI stünde damit vollständig auf dem Satz eines Dritten, und auf dieser Seite steht keine Regel, die die genannte Quelle nicht selbst veröffentlicht. Ausgerechnet das Modell, das über eine Hypothek mitentscheidet, hat deshalb hier keine Spalte — und womit es rechnet, bleibt eine Frage an den, der es einsetzt.

Quelle: Marktwert einer Immobilie (raiffeisen.ch, 01.07.2025) · Glossar: Hedonische Schätzung · Ratgeber: Hedonische Schätzung erklärt

Was der Bund misst — und wohin er den Rest verschiebt

Das Glossar der WBS 2015 definiert die Grösse selbst: «Zur Nettowohnfläche zählen sämtliche begeh- und belegbaren Bodenflächen innerhalb der Wohnung ab einer Raumhöhe von 150 cm.» Das ist keine blosse Messanweisung, sondern eine Zugehörigkeitsdefinition mit drei Bedingungen — begeh- und belegbar, innerhalb der Wohnung, ab 150 cm —, und sie entscheidet jede Zeile, die diese drei Bedingungen erreichen. Welche Bereiche innerhalb der Wohnung liegen, sagt die Broschüre selbst: Erschliessungs-, Koch-, Ess-, Sanitär-, Abstell- und Aussenbereich führt sie unter der Überschrift «Nutzungsbereiche in der Wohnung». Reduit und Gang zählen deshalb mit; dass ein Gang auch belegbar ist, sagt das Glossar beim Abstellbereich ausdrücklich — Schrankmodule können «in der Erschliessungszone … untergebracht sein». Keller und Balkon zählen nicht mit, und zwar nicht, weil im Wort Aussenbereich «aussen» steckt: Die Broschüre führt ihn ja gerade unter den Bereichen in der Wohnung. Entscheidend ist, dass die WBS beiden ein eigenes Kriterium mit eigenem Quadratmetermass gibt — K25 «Private Abstellräume ausserhalb der Wohnung» für den Keller und K23 «Privater Aussenbereich» für Balkon, Loggia und Terrasse, wo «Balkone, Terrassen, Loggien, Zwischenzonen und Gärten … voll angerechnet» werden. Offen bleibt genau eine Zelle: Liegt ein Wintergarten nicht im beheizten Dämmperimeter, stellt es die Quelle frei — «Liegen Zwischenzonen nicht innerhalb des Dämmperimeters, können diese als Aussenbereich angerechnet werden.» Ein «können» entscheiden wir nicht für Sie.

Im Register

Quelle: WBS 2015, Glossar (bwo.admin.ch)

Das Register ist die einzige der drei Quellen ohne jede Raumhöhe

Das Gebäude- und Wohnungsregister führt zu jeder Wohnung ein Merkmal «Wohnungsfläche»; es summiert Zimmer, Küchen, Bäder, Toiletten, Abstellräume, Gänge und Veranden. Zwei seiner Ausschlüsse werden regelmässig als Abzüge gelesen, und beide sind keine — sie verhindern, dass dieselbe Fläche zweimal gezählt wird. «Bewohnbare Einzelzimmer (z.B. Mansarden)» sind im selben Katalog Zimmer, die «nicht zu einer Wohnung» gehören; sie werden als eigene Wohnung mit eigener Wohnungsfläche erfasst. «Zusätzliche separate Wohnräume» ist das Merkmal GAZZI, die «Anzahl Wohnräume, die nicht Teil einer Wohnung sind», und dort steht ausdrücklich: «Nicht als separate Wohnräume gelten Zimmer innerhalb einer Wohnung.» Vom Dachraum innerhalb Ihrer Wohnung trifft damit nur noch der Ausschluss der nicht bewohnbaren Keller- und Dachräume etwas. Ein ausgebautes, bewohnbares Dachzimmer ist ein Zimmer der Wohnung und zählt vollständig — bei jeder Raumhöhe. Dass das Absicht ist, zeigt derselbe Katalog an anderer Stelle: Für die Energiebezugsfläche GEBF hält er fest, «Flächenteile mit einer lichten Raumhöhe kleiner als 1.0 m werden nicht berücksichtigt». Wo er eine Höhengrenze meint, schreibt er sie hin; bei der Wohnungsfläche steht keine. Derselbe Absatz sagt auch, was die Zahl sein darf: «Wo keine genauen Flächen ermittelt werden können, sind Schätzwerte (Länge x Breite der Wohnung) erfasst. Wo Bruttowohnflächen verfügbar sind, sind die Bruttowerte anzugeben.» Als Datenquelle nennt der Katalog die Baubewilligung — den Plan, nicht eine Aufnahme nach dem Bau; erfasst wird der Wert von den kommunalen Bauämtern unter Meldepflicht. Die einzige eidgenössische Qualitätsanforderung ist eine Plausibilitätsspanne: unter 5 m², über 400 m² pro Zimmer und über 2200 m² sind unzulässig — die letzte Schwelle wurde am 17.11.2025 von 1700 m² heraufgesetzt. Die Regeln beschreiben damit, was erfasst werden soll; was ein gespeicherter Wert tatsächlich ist, lässt sich daraus nicht zurücklesen. Er entspricht dem Registereintrag und ist nicht vor Ort geprüft — eine Registerangabe, keine Messung.

Im Register

Quelle: GWR-Merkmalskatalog 4.3, «WAREA» (housing-stat.ch) · Glossar: GWR · Ratgeber: Registerwert ist nicht die Wahrheit

SIA 416 nennt die Hauptnutzfläche HNF — eine Nutzfläche, keine Wohnfläche

Die Norm heisst in der Ausgabe 2003 «Flächen und Volumen von Gebäuden»; der Zusatz «und Anlagen» gehört zum Titel der zurückgezogenen Fassung von 1993. Sie gliedert die Flächen eines Gebäudes: die Geschossfläche GF in Nettogeschossfläche NGF und Konstruktionsfläche KF, die NGF in Nutzfläche NF, Verkehrsfläche VF und Funktionsfläche FF, und die NF in Hauptnutzfläche HNF und Nebennutzfläche NNF. Daraus folgt die Spalte Zeile für Zeile. Eine Raumhöhe nennt die Norm nirgends — das Wort «Höhe» kommt in der Wiedergabe kein einziges Mal vor; ein Dachzimmer zählt zur HNF unabhängig davon, wie hoch es ist, und die 150-cm-Grenze stammt nicht von hier, sondern aus der WBS des Bundesamts für Wohnungswesen. Abstellräume, Estrich- und Kellerräume, Waschküchen, Fahrzeugeinstellräume und Schutzräume führt die Norm ausdrücklich als Nebennutzfläche auf — sie sind damit keine HNF. Wände, Stützen und Brüstungen sind Konstruktionsfläche und liegen ausserhalb der Nettogeschossfläche. Ein offener Balkon ist gar keine Geschossfläche: als solche gilt nur die «allseitig umschlossene und überdeckte Grundrissfläche». Ihre Verkehrsfläche definiert die Norm funktional: «Die Verkehrsfläche VF ist jener Teil der Nettogeschossfläche NGF, welcher ausschliesslich deren Erschliessung dient.» Eine interne Treppe in einer Maisonette erfüllt das ohne Einschränkung — auf einer Treppe findet nichts anderes statt —, sie ist Verkehrsfläche und damit keine HNF. Beim Korridor ist es gerade nicht eindeutig: Die funktionale Definition könnte ihn beanspruchen, die Beispielliste nennt aber nur die «ausserhalb der Wohnung liegenden» Korridore und ist mit «z. B.» eingeleitet, schliesst den Fall also nicht. Diese eine Zeile steht darum auf «nicht festgelegt», und die Seite sagt dazu, warum. Ein verglaster Wintergarten dagegen ist allseitig umschlossen und überdeckt, also Geschossfläche, und unter den Nebennutzflächen kommt er nicht vor — er zählt zur HNF, beheizt oder nicht. Was am Ende herauskommt, ist eine Nutzfläche: Sie lässt das Reduit weg, das Sie täglich benutzen, und nimmt die 1,3-Meter-Ecke unter der Dachschräge mit, in der niemand stehen kann. Eine Wohnfläche ist sie nicht.

Im Register

Quelle: SIA 416 «Flächen und Volumen von Gebäuden», Ausgabe 2003 (SIA-Shop)

Marktpraxis: was alle machen, ohne dass es jemand vorschreibt

Mehrere Schweizer Marktquellen sind sich über eine Regel einig, die in keiner der drei Primärquellen für die Flächenberechnung steht: «Die Räume müssen beheizbar und ganzjährig bewohnbar sein», schreibt neho.ch, und ein Wintergarten zähle zur Wohnfläche, wenn er ganzjährig beheizt und bewohnbar ist; acheteur.ch verlangt dasselbe mit «Beheizbarkeit» und «Bewohnbarkeit». Das ist verbreitete Konvention, keine Vorschrift — die Schweiz hat eine faktische Wohnflächen-Konvention ohne amtlichen Urheber. Für die Fläche selbst nennt keine der drei Quellen eine Heizbedingung; die WBS knüpft das Heizen an etwas anderes — «Zimmer sind natürlich belichtet, belüftet und beheizt» —, also an die Zimmerzahl und nicht an die Quadratmeter. Wir führen die Marktregel hier auf, weil Sie ihr in der Praxis begegnen, und halten sie ausserhalb der drei Quellenspalten, weil sie dort nicht hingehört.

Quelle: Wohnfläche berechnen (neho.ch)

Zwei Fragen, die keine Quelle beantwortet

Keine der drei Quellen nennt eine Messkonvention — ob von Wand zu Wand, ab Fertigoberfläche oder im lichten Innenmass. Und keine nennt eine Rundungsregel oder eine Toleranz. Diese beiden Punkte stehen darum auf «Nicht auflösbar» — nicht auf einer Zahl, die wir uns aussuchen. Der verglaste, geschlossene Balkon stand früher als dritter Punkt hier; er gehört nicht mehr hierher, weil das Register ausdrücklich nur «offene Balkone» ausschliesst und die Frage damit für seine Spalte beantwortet ist. Wenn zwei Angaben zur selben Wohnung um ein paar Quadratmeter auseinanderliegen, liegt es oft an den beiden verbliebenen Punkten.

Nicht auflösbar

Quelle: Wohnfläche berechnen (acheteur.ch)

Unsere Hauskonvention, offen deklariert

Steht in einem Dokument, einem Inserat oder einem Formular nur «Wohnfläche» und sonst nichts, lesen wir das als Nettowohnfläche. Das ist eine Hauskonvention von alpflo, damit wir die Sprache des Marktes sprechen — und ausdrücklich keine Behauptung, die Nettowohnfläche sei ein Standard. Sie ist auch keine Berechnung: wie eine bestimmte Flächenangabe zustande kam, können wir nach wie vor nicht sagen.

Modelliert

Quelle: Wohnfläche berechnen (neho.ch)

Was Sie mit dem Ergebnis tun können

Nehmen Sie die Zahl, die zu Ihrer Frage passt: die Registerfläche, wenn Sie eine Registerangabe prüfen; die WBS-Fläche, wenn eine Wohnbaustatistik oder eine Förderung darauf verweist; die Hauptnutzfläche HNF, wenn ein Bauprojekt oder eine Flächenaufnahme nach SIA 416 rechnet. Fragen Sie beim Inserat und in der Besichtigung nach der verwendeten Methode — das ist die einzige Angabe, die die Abweichung wirklich auflöst, und niemand kann sie für Sie herausrechnen.

Im Register

Quelle: Nettowohnfläche, WBS 2015 (bwo.admin.ch) · Rechner: Ausnützungsziffer berechnen

Zur vollständigen Kaufprüfungs-Checkliste

Die vier Ehrlichkeitszustände

Jede Angabe in einem alpflo-Bericht trägt genau einen dieser Zustände. Eine Wohnfläche, für die keine Quelle eine Regel nennt, steht auf «Nicht auflösbar» — nicht auf einer Schätzung.

Im Register

In einem amtlichen Schweizer Register bestätigt. Direkte Quelle.

Nichts erfasst

Register abgefragt; nichts auf dieser Parzelle. Das Fehlen ist dokumentiert.

Modelliert

Aus einem Modell oder einer API abgeleitet: real, aber nicht direkt aus dem Register. Bitte prüfen.

Nicht auflösbar

Auf einen Sonderfall gestossen. Ehrlich über die Grenze, nie stillschweigend verworfen.

Häufige Fragen zur Wohnfläche

Gibt es in der Schweiz eine gesetzliche Wohnflächendefinition?

Nein. Es gibt mehrere veröffentlichte Regeln mit unterschiedlichen Grenzen. Welche gilt, hängt davon ab, wer die Angabe erstellt hat.

Wie wird eine Dachschräge gerechnet?

Je nach Quelle unterschiedlich, und die beiden Bundesquellen stehen sich dabei gegenüber: Die WBS 2015 misst ab einer Raumhöhe von 150 cm, das Gebäude- und Wohnungsregister nennt für seine Wohnungsfläche gar keine Raumhöhe — ein bewohnbares Dachzimmer zählt dort bei jeder Höhe voll. Die SIA 416 nennt für die Hauptnutzfläche HNF ebenfalls keine Höhe. Unter 150 cm fällt die Fläche deshalb nur bei der WBS weg. Über die verbreiteten Berechnungsmodelle schreibt architektvergleich.ch, dieser Punkt sei «nicht einheitlich geregelt».

Zählt das Reduit zur Wohnfläche?

Bei beiden Bundesquellen ja. Das Register führt «Abstellräume» ausdrücklich in seiner Summe, und die WBS zählt es über ihre Definition mit: Ein Reduit ist begeh- und belegbare Bodenfläche innerhalb der Wohnung, und die Broschüre führt den Abstellbereich als Nutzungsbereich in der Wohnung. Nur die SIA 416 führt Abstellräume ausdrücklich als Nebennutzfläche NNF — sie sind damit keine Hauptnutzfläche HNF.

Liefert dieser Rechner eine bankfähige Wohnfläche?

Nein. Er gibt veröffentlichte Regeln auf Ihren eigenen Zahlen wieder. Gemessen wird nichts, und keine Bank ist an dieses Ergebnis gebunden.

Sehen Sie, was zu Ihrer Adresse wirklich erfasst ist

Eine Fläche misst niemand für Sie. Was die öffentlichen Register zu einer Adresse festhalten — Parzelle, ÖREB-Kataster, Gebäudedaten samt der gemeldeten Wohnungsfläche — sehen Sie im kostenlosen Musterbericht und dann in Ihrem eigenen Bericht.

Kein Abo · 49 CHF pro Bericht · der Musterbericht bleibt kostenlos.